Karl

Dezember 6, 2009

„Die Welt ist ein schneller Ort.“ sagt Karl.

„Da musst du aufpassen, sonst- zack.“ Er schlägt die Handkanten aufeinander, ein unsichtbarer Kopf rollt.

Karl schlägt Köpfe ab. So ein Mensch ist das.

Oscar lächelt. Er hofft, dass es ein bisschen traurig aussieht.

Oscar möchte gerne mit allen gut zurechtkommen. Auf der Arbeit füllt er immer die Kaffeemaschine nach. „Wenn du möchtest, kann ich das runterbringen.“ sagt Oscar.

So ein Mensch ist das.

Pointe gibt es nicht.

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Beppo der Clown fährt ohne Arme Slalom- Ski

(Er hat die Arme nicht etwa auf den Rücken gebunden- er hat keine Arme. Und ja, sein Überleben ist nicht von dringlicher Notwendigkeit für unsere Gesellschaft)

Heute wieder eine großartige Entdeckung im Internet gemacht:

Sensationeller Hund

Mischling pinkelt – und läuft dabei auf den Vorderpfoten

Da fragt man sich doch: Wird der Mensch überflüssig? Ist das das Ende der Evolution, der Beginn einer neuen Spezies? Wenn jetzt schon irgendso ein Straßenköter scheinbar mühelos alles beherrscht, was die Menschheit sich in Jahren der Forschung und der genetischen Auslese erarbeitet hat (Die Fähigkeit, im Kopfstand zu pinkeln), warum dann überhaupt noch weitermachen?

Diese Griffe am Klo, damit ich auch zu Hause im Kopfstand kann, haben ein Vermögen gekostet, soll ich jetzt auch noch ein Podest anschaffen, wenn die Verwandschaft mal wieder ihren Köter anschleppt?

Nein Danke Freunde, das geht zu weit.

Habe das Klo an die Decke gehängt.

Straßenköter: 0

Ich: 1

August 18, 2009

„Freiheit ist aber mehr als Unabhängigkeit, sie bezeichnet den Willen und die Fähigkeit, sich selbst ein Ziel zu setzen, dieses Ziel an moralischen Werten auszurichten, mit dem eigenen Leben in Übereinstimmung bringen und konsequent verfolgen zu können.“

Bernhard Bueb (Lob der Disziplin- Eine Streitschrift)

Juli 8, 2009

„Furchtbar, dass wir leben müssen, aber tragisch, dass wir nur ein Leben haben.“

Jonathan Safran Foer (Extrem laut und unglaublich nah)

Lebensaufgabe

März 30, 2009

Durch das kleine Kellerfenster konnten sie sehen, wie der Mond eine Sichel wie ein Kainsmal in den Nachthimmel brannte.
Es waren zwei Männer in dem Raum und keiner von ihnen freiwillig.
„Sehen sie“ sagte einer, und seine Gesichtszüge veränderten sich kaum „ich stecke in einer Zwickmühle.“ Sein Gegenüber bewegte sich nicht.
„Ich habe getötet, also verfolgt man mich. Eigentlich sollte ich Selbstmord begehen, denken sie nicht?“ Er ließ eine Bedeutungspause.
„Mein Gewissen belastet mich sehr, nachts kann ich nicht schlafen, es ist schrecklich.
Das Problem ist nur- sehen sie, ich liebe das Leben. Also habe ich mich gefragt, was tun? Was tun?“
Mondschatten, der durch das Fenster fiel, zeichnete ein Gittermuster auf seine Wangen.
„Die Lösung war naheliegend, sie ist nur kompliziert in der Durchführung.“
Sein Gegenüber hob den Kopf, öffnete die Augen und sah den Wahnsinn, der ihm eine Waffe auf die Brust drückte.
„Sie sind Nummer 251, wenn es sie irgendwie beruhigt.“ sagte er und neigte den Kopf.
„Ich schätze nicht.“

Lebensweisheiten

März 25, 2009

Es war einer dieser regnerischen Mittwoch-Nachmittage, an denen mich das Leben wie üblich vor eine Sinnkrise stellte.

Diesmal fiel sie jedoch besonders tiefgreifend und aufwühlend aus- nichtsdestotrotz begann alles sehr harmlos.

Ich öffne meine Standard- Newsseite (shortnews.de) und denke mir nichts böses.  Der Entertainment- Bereich verrät mir auf einen Blick zunächst folgendes: Fergie und Katie Price (Who the fuck is Fergie??) versteigern ihre Unterwäsche, soweit nicht schlimm, kann ja jeder mit seinem Kram machen, was er will.

Ich also draufgeklickt, diese schlauen Hunde aber auch, „Unterwäsche“ ist schließlich ein altbekannte Trigger für das Männerhirn. Auf einmal trifft es mich wie zwanzigtausend verschissene Schläge:

Eine harmlose Werbung unter dem eigentlichen Artikel stellt mich vor die Frage, die ich mir schon vor Wochen, Monaten, schon vor dem eigentlichen Beginn meines Lebens (die ersten 10 Minuten Pokemon Gold- Edition) hätte stellen müssen- „Was weisst du über Quitten?“

„Scheiße“ denke ich, und nichts anderes als „Scheiße“, NICHTS weiß ich über Quitten, absolut  nichts und irgendwie wird mir klar, dass das das Faktum sein könnte, das ich ändern muss, um aus meinem Leben so ein erfülltes, quasi Zen-mäßiges Ding zu machen.

Ich scheiße also auf alles wichtige, alles was ich noch zu tun hätte, und google „Quitten“:

Wikipedia sagt:

Die Quitte [ˈkvɪtə] (Cydonia oblonga) ist die einzige Pflanzenart der Gattung Cydonia, die zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört.

What the fuck? Auf meiner Suche nach dem Sinn des Lebens bringt mich das auch nicht weiter. Hier muss entschlüsselungs- Arbeit geleistet werden. Ich und das Team von Gallileo Mystery sowie irgendjemand, von dem niemand wusste, was er hier eigentlich zu suchen hatte,  mussten also zunächst klären, what the fuck „Kernobstgewächse“ eigentlich waren.

Völlig klar, „Wenn du eine Quitte essen willst, suche nach Kernobst“, oder so, Zen- Style eben.

Mit der Hilfe von Ayman Abdallah, Roberto Blanco, einem britischen Formel- 1 Team, dem Maskottchen von Subways, einem Chinesen aus der Nachbarschaft, irgendeinem Typen, der in meinem Schrank lebt, meiner Oma, zwei Freunden von meinem Bruder, einer Kassiererin aus einem örtlichen Discounter, zwei streikenden Bahnern, einem Autoreifen, zwei Flaschen „Birds- Nest“ und einem rohen Ei gelang es uns schließlich, unter Aufwendung all unserer Kraft, sämtlicher verfügbarer Geldreserven (2,31€ und ein halbes Kaugummi) und nicht zuletzt der stimmungsaufhellenden Wirkung von Robertos Stimme, allen Spuren des rätselhaften Kernobstes bis an ihr Ende zu folgen.

Wir fanden folgendes heraus:

„Für die Aktivitäten der Wikinger gibt es höchst unterschiedliche Quellen mit sehr unterschiedlichem Aussagewert.“

Sie hatten es immer gewusst, mit dem Jungen stimmte etwas nicht.
Jetzt saß der kleine Niklas inmitten seines vollkommen verwüsteten Kinderzimmers, dessen Wände Fingermalfarbe und einigen übleren Dingen beschmiert waren und blickte sie mit großen, wütenden Augen an:
„Ordnung“,schrie er „ist vollkommen subjektiv!“