Nicht schon wieder Ferien…

September 28, 2008

…wer hier schon ein bisschen länger rumhängt, ahnt es:

Der faule Sack macht mal wieder Pause.

Recht habt ihr. Bis Montag den 13. Oktober ist erstmal Ruhe.

Hmm, was könnte ich euch diesmal noch nützliches mit auf den Weg geben?

Seht einfach zu, dass ihr in jeder Lebenslage genug Alufolie dabeihabt und haltet euch von Handysendemasten fern:

Die Illuminaten hängen da mit drin, ich hab da son Gefühl.

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Independence Day

September 27, 2008

Hier etwas zum Thema, mein einziges bisher geglücktes „Gedicht“

Jugend

Wir sind die Zukunft,
Eure Cordjacken passen uns nicht
Freitag die Nacht zum Tag machen
Samstag auf alles scheißen
Sonntag Hackbraten
Wir müssen alles, wollen alles, können nichts
Wollen nichts können, weil Wollen leichter ist
Montags Schule, Dienstags Kino
Mittwoch schon fast Freitag
Jugend ist, zu begreifen
Dass Donnerstage überflüssig sind
Freitag wieder saufen, wieder kotzen
Samstag auch
Wir wollen eure Ketten nicht und machen
uns lieber eigene
Bessere, die ein Leben lang halten
Wir fordern
Mehr Geld für weniger Arbeit
Mehr jetzt und weniger morgen.
Wir sind die Zukunft.

Essen für Kochfaule

September 24, 2008

Heute:

Eibrot mit Geschwür

Heute Abend wollen wir uns mal einem echten Klassiker unter dem Jungesellenessen widmen, dem Eibrot.

Genauer gesagt handelt es sich dabei natürlich nicht um ein Brot aus Ei, sondern ein mit Spiegelei belegtes Brot.

Was wir dafür brauchen (1 Portion):

2 Eier (Am Besten aus Boden oder Freilandhaltung natürlich. Leider fällt mir dazu kein passabler Wortwitz ein, belassen wir es also dabei, dass die so einfach besser schmecken.)

2 Scheiben Schwarz/ Mischbrot

Salz, Weißer Pfeffer

Zubereitung:

Soviel Olivenöl in eine Pfanne geben, dass der Boden damit bedeckt wird. Die Pfanne auf „echt seuchenheiß“ vorheizen, dann rein mit den Eiern. Praktisch ist es immer, wenn man das Eigelb zersticht und die Eier beidseitig brät, wer dazu

a) zu faul ist

b) nicht den nötigen Skill hat

ist eben selber Schuld.

Wenn das Ei auf beiden Seiten/ der Unterseite fest ist, raus damit und rauf aufs Brot (mit dem Ei).

Eine kleine Bemerkung am Rande:

Ist das Ei gräulich/ schwarz verfärbt, war es entweder zu lang drin oder schon über dem Verfallsdatum, herzlichen Glückwunsch. Nur keine Panik jedoch, davon geht die Welt nicht unter.

Was man mit so einem „Verlorenen Ei“ noch alles anstellen kann, erfahrt ihr im nächsten Teil.

Weiter gehts also für alle, die es gepackt haben, die arme Vogelbrühe nicht total zu zerschmurgeln:

Das Ei liegt jetzt auf den beiden Broten, die ihr einander natürlich so gegenübergestellt habt, dass sie einen Kreis bilden. Wer Kastenbrot benutzt ist Vegetarier und darf eh kein Ei essen.

Unserem „Ei mit Geschwür“ verleihen wir jetzt noch den letzten Schliff:

Etwas Salz drauf, und dann, zum krönenden Abschluss-

Weißer Pfeffer.

Wer nur schwarzen hat brauchts garnicht erst versuchen; sowas kleinbürgerliches kommt bei uns nicht auf den Tisch. Ei mit schwarzem Pfeffer- Pah.

Wer den Pfeffer ausreichend dosiert erfährt jetzt auch, woher unser Gericht seinen Namen hat.

Na dann:

Guten Appetit und viel Spaß mit diesem Evergreen aus der Studentenküche. Als Beilage eignet sich übrigens alles außer Orchideen, aber fragt nicht, warum.

Sokrates

September 23, 2008

Sokrates

Es war ihm ein wenig kalt, also trug er einen Mantel.
Nur in dieser einen Angelegenheit hatte er sich Unentschlossenheit zugestanden.
Er blickte noch einmal auf die Uhr, um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen.
Während ihm der Herbstwind das Haar zerzauste, überlegte er, ob er zufrieden mit sich war.
Letzten Endes ja, schließlich hatte er alles selbst bestimmt, wenn er jemandem etwas hätte vorwerfen müssen, wäre er es also gewesen.
„Die Zeit naht.“ sagte er zu sich selbst, denn er hatte vor kurzem beschlossen, Selbstgespräche zu führen.
Vielleicht wäre es interessant, sich mal zuzuhören, hatte er gedacht- und tatsächlich war er zu einigen wichtigen Erkenntnissen gelangt:
Zu sehr verließ er sich auf andere, die ihn im Grunde nur für ihre eigenen Ziele nutzten.
Er selbst, hatte er daraus geschlossen, war also der einzige, den er brauchte und auch der einzige, dem es wirklich nur um sein Bestes ging.
Von dieser Erkenntnis beseelt, hatte er begonnen, nach dem Sinn des Lebens zu suchen und war zu einem interessanten Ergebnis gelangt:
Keinem.
Wenn er eines gefunden hätte, hätte es wahrscheinlich nur für ihn allein gegolten, folglich war es also erneut an ihm, einen Sinn zu finden.
Und weil er nicht scheinheilig wirken wollte oder geldgierig, hatte er beschlossen, auf Pferderennen zu wetten.
Erstens tat er das gerne und zweitens war die Idee so bescheuert, dass sie etwas wert sein musste.
Tatsächlich hatte sein Wettstudio vor zwei Tagen geschlossen und jedes Mal in die nächste Stadt zu fahren konnte er sich nicht leisten.
Entschlossen blickte er ein weiteres Mal auf die Uhr, ein einsamer Regentropfen traf ihn unter dem rechten Auge.
„Das Mittel wirkt, es ist Zeit.“ sagte er mit Nachdruck.
Nur in dieser einen Angelegenheit hatte er sich Unentschlossenheit zugestanden.
Es war kein Abschiedsbrief in seiner Tasche, als er sprang.

Ich kann nicht über diesen Film schreiben, ohne dabei oberflächlich oder dämlich zu wirken.

Deshalb tue ich heute mal nichts weiter, als euch zwei verflucht gute Gründe zu liefern, euch dieses Teil mal anzusehen:

1) Soundtrack und Schnitt…

…gehören bei Magnolia (Paul Thomas Anderson, 1999) definitiv zum besten, was ich bisher gesehen habe. Die Übergänge zwischen den verschiedenen Handlungssträngen sind, teilweise mit einer Verzögerung von wahlweise Ton oder Bild, so genial gemacht, dass es einem einfach nur eiskalt den Rücken runterläuft.

Erschwerend hinzu kommt dann noch der geradezu bestürzend geniale Soundtrack, der mich zu einer der Schlüsselstellen des Films bringt.

Tatsächlich schafft „Magnolia“ es, diese Stelle weder unrealistisch, kitschig noch irgendwie merkwürdig wirken zu lassen:

Zirka zu Beginn des letzten Filmdrittels singen alle Protagonisten gleichzeitig unabhängig von einander den gleichen Song (Aimee Mann: Wise up) im Radio mit, das wirkt einfach so genial, dass es mit Worten kaum beschreibbar ist (Was auch erklärt, warum es, wie es hier steht, extrem unspektakulär rüberkommt. Seht euch einfach den Film an!). Ms. oder Mrs. oder wie auch immer Mann hat im übrigen auch einen Großteil des Restsoundtracks beigesteuert, unter anderem das für einen Oscar als „Best Movie Soundtrack“ nominierte „Save me“, dass meiner Meinung nach aber weit weniger berührt als das erwähnte „Wise up“.

2) Das optimale Ende…

… von „Magnolia“ hat sich seinen von mir mal eben verliehenen Titel verdient. Im Grunde weiß der Zuschauer:

Alles ist Scheiße. Diverse Protagonisten sind tot, andere haben zumindest versucht sich umzubringen und falls das nicht zutrifft, sind sie zumindest unrettbare Psychoten. Als dann im Hintergrund „Save me“ läuft und Melora Walters im Angesicht einer der unwahrscheinlichsten Liebesgeschichten das erste Mal im Film lächelt, wissen wir:

Es geht trotzdem weiter, egal wie Scheiße alles auch aussieht.

Inhaltlich beschäfigt sich Magnolia mit der Frage, wie viel Kinder ihren Vätern verzeihen können und ist beseelt von der Hoffnung, dass eigentlich unheilbare Psychosen doch irgendwie besiegt werden können.

Ich kann es wirklich nur nochmal wiederholen:

Seht euch diesen Film an.

Vor zwei Tagen brachte mein Bruder ein neues Spiel an:

SPORE.

Schon seit langem erwartet löste das natürlich erstmal Euphorie und die Freude über ein weniger als durchschnittlich langweiliges Wochenende aus.

Direkt nach der Installation der erste Pluspunkt:

SPORE lässt sich ohne die DVD starten und ist trotz seiner Komplexität angenehm platzsparend programmiert:

6GB sind verkraftbar für ein Spiel, das angeblich 5 oder mehr Genres kombiniert.

Anforderungstechnisch hält sich das Ganze auch in Grenzen: Die Mindestanforderungen liegen bei 3.0 auf dem Vista- Index, die optimalen auf 4.0. Übersetzt heisst das, dass Spore zumindest auf dem Papier auch auf unterdurchschnittlich ausgestatteten Rechnern flüssig und in passabler Optik läuft.

Beim ersten Spielstart sind die Erwartungen groß:

SPORE ist DIE Innovation der letzten Jahre, frei erstellbare Kreaturen, 5 vollkommen unterschiedliche Spielphasen etc. pp., Erwartungen, die nicht leicht zu erfüllen sind und leicht enttäuscht werden können.

Der Spielbeginn zunächst geht einfach von der Hand:

Es wird ein Planet in einem fiktiven Sonnensystem gewählt, der darf auch benannt werden, dann gehts schon los.

Die Zellenphase- Evolutionstheorie live

Zum Anfang besteht die spielerische Entscheidungsfreiheit lediglich in der Wahl der Essgewohnheiten unseres Schützlings: Pflanzen- oder Fleischfresser?

Zu Beginn der ersten Phase hat diese Wahl noch keine tiefgreifenden Auswirkungen, die endgültige Entscheidung muss erst vor dem Beginn der Kreaturen- Phase getroffen werden.

Die Zellphase an sich spielt sich wie ein Minispiel, ist einfach und intuitiv zu steuern und nicht wirklich herausfordernd. Die eigene Zelle muss fressen, um zu wachsen (Je nach Wahl entweder Pflanzen oder Fleisch) und sollte möglichst nicht von den blutrünstigen Kleinstlebewesen anderer Arten verspeist werden.

Dabei gilt es zudem, umherschwimmende Meteoritenteile aufzugabeln, die bessere „Teile“ für unsere Zelle versprechen.

Diese Phase ist übrigens die einzige im gesamten Spiel, in der Fleischfresser einen Vorteil haben:

Ist die eigene Zelle mit genug Mäulern und Hörnern ausgestattet, kann man nicht nur die umherschwimmenden Fleischbrocken aufsammeln, sondern zudem versuchen, schwächere Artgenossen als appetitliche Häppchen enden zu lassen.

Schon während der Zellphase ist am unteren Bildschirmrand eine Fortschrittsleiste eingeblendet, die anzeigt, wie viel noch gefressen werden muss, um bis zur nächsten Weiterentwicklung oder gar dem nächsten großen Schritt der Evolution zu gelangen.

Mit dem Fressen wird während dieser Phase DNA- Material gesammelt, aus dessen Punktepool während der Weiterentwicklung bessere Körperteile für die eigene Zelle gekauft werden können, die allerdings vorher durch Einsammeln freigeschaltet werden müssen. Eine solche Weiterentwicklung kann vom Spieler jederzeit veranlasst werden, das geschieht einfach per Knopfdruck. So gelangt man immer wieder zwischendurch in den Creator, in dem man ineffektive Zellteile gegen günstigere oder bessere austauschen und das Aussehen seines Zöglings mit fast unbegrenzten Möglichkeiten verändern kann. Der Creator ist zudem ebenfalls kinderleicht zu bedienen, alles kann mithilfe der Maus kleiner oder größer gezogen oder in beliebige Positionen bewegt werden.

Die Zellphase spielt sich erfrischend einfach, macht aber trotzdem Spaß. Natürlich kapiert man irgendwann, dass diese Schwimmflossen zwar putzig aussehen, gegen den 4mal so großen Konkurrenten aber herzlich wenig ausrichten können. So kristallisieren sich nach einiger Zeit Zellteil- Evergreens heraus, die dann die individuelle Gestaltung doch ein wenig einschränken.

Merke: Mehr Mäuler sind besser als weniger Mäuler.

Am Ende der Zellphase gehts ab an Land, jetzt bekommt der Spieler zum ersten Mal die Möglichkeit, seinem Vieh auch Beine zu verpassen. Ab gehts also wieder in den Creator.

Die Kreaturenphase- Survival of the fittest

Ist die eigene Kreatur gebastelt, findet sich der Spieler nun auf dem Land wieder, wo er seinen Schützling jetzt mit Maus und Tastatur aus der 3rd- Person Perspektive steuert. Auch das geht erfreulich einfach.

Es gilt immer noch, DNA- Punkte zu sammeln, um sich weiterzuentwickeln, neue Gliedmaßen und Hörner und wasweißichnochalles kaufen zu können. Das passiert in der Kreaturenphase allerdings anhand automatisch generierter Miniquests, und das geht so:

Die eigene Keatur hat zwei Verhaltensmöglichkeiten, Sozial oder Aggressiv.

Wählen wir erst einmal die Möglichkeit sozial, können wir in zunächst unverständlichen, da unzureichend erklärten und später langweiligen Minispielen versuchen, Kreaturen anderer Arten zu unseren Verbündeten zu machen. Die können wir dann, je weiter wir in diesem Modus fortschreiten, in immer größerer Zahl unserem „Rudel“ hinzufügen, wo sie uns sozial oder kämpferisch unterstützen.

Klicken wir also in diesem kommunikativen Modus auf eine Kreatur anderer Rasse, wird automatisch eine Miniquest generiert, die links oben in einem kleinen Fenster eingeblendet wird. Das sieht dann meistens so aus:

„Beeindrucke [Zahl] [Rasse]“

Für das Erfüllen der Bedigung gibts DNA- Punkte, weitere Questmöglichkeiten gibt es übrigens nicht (Im Aggressiven Modus ist „Beeindrucke“ durch „Töte“ zu ersetzen).

Die Kreaturenphase ist zunächst etwas langatmig, dann cool und spannend, zum Ende hin nerven jedoch die Minispiele respektive langatmigen und in WOW- Manier animierten Kämpfe. Auch hier können wir uns, indem wir uns fortplanzen, einfach eine neue Kreatur schaffen, wenn die alte zu schwach oder zu uncharismatisch war. Leider fällt hier erneut der limitierende Faktor der Körperteile auf, denen verschiedene Fertigkeiten auf unterschiedlichen Stufen zugeschrieben sind. Ist doch klar, dass wir lieber Hände kaufen, die zwar Scheiße aussehen, mit denen man dafür aber besser zuhauen kann!

Während dieser Kreaturenphase trägt der Spieler durch das Sammeln von DNA- Punkten dazu bei, das Gehirn seiner Rasse weiterzuentwickeln, das geschieht in einer ziemlich putzigen Animation, die hier wiederzugeben allerdings witzlos wäre. Deutlich fällt in dieser Phase noch folgendes auf:

Fleischfresser habens schwer.

Nahrung muss nämlich nicht nur in regelmäßigen Abständen konsumiert werden (Sonst segnet die Kreatur das Zeitliche), Fleischfresser müssen zudem zwingend andere Kreature töten, um an Nahrung zu gelangen.

Da die jedoch, im Gegensatz zu uns, immer in Rudeln blöd gaffend um ihre Nester rumstehen, kann es schonmal kritisch sein, an etwas zu essen zu gelangen.

Die Kreaturenphase endet, wenn der Spieler genug DNA- Punkte gesammelt hat, damit sein Vieh ein Bewusstsein entwickeln kann. Dass uns hier eine glatte Lüge aufgetischt wird, zeigt sich wenige Minuten später.

Die Stammesphase- „Meine Keule größer!“

Zum letzten Mal, wie man plötzlich erfährt, gelangt man nun in den Creator, wo man das finale Aussehen seiner Kreatur festlegen muss. Gut- evolutionstechnisch macht das Sinn, schade ist es trotzdem, denn das Gestalten der Kreatur wird sich als das Spaßigste an diesem Spiel herausstellen.

Witzigerweise ist es ziemlich unerheblich, was wir unsere Kreatur jetzt noch verpassen:

Lediglich ein paar Arme, Beine und Augen braucht es, andere Atribute wie die Sozialen und Aggressiven Fähigkeiten werden jetzt unwichtig, da Werkzeuge benutzt werden können.

Fertig ist also das Vieh und los gehts:

In der Stammesphase erwartet den Spieler ein merkwürdiger Mischmasch aus den langweiligen und zudem anspruchslosen Minispielen der Kreaturenphase sowie der Strategie der folgenden Zivilisationsphase:

Der eigene Stamm wird entwickelt, unten gibt immer noch die Fortschrittsleiste Aufschluss über..naja, den Fortschritt eben. Der Spieler kann zwischen diversen (2) Möglichkeiten wählen, um diesen Fortschritt zu erreichen:

Die Dörfer anderer Kreaturen zerstören oder sich mit ihnen verbünden.

Was uns das Spiel nicht sagt, ist, dass es elementar wichtig ist, wie wir uns entscheiden:

Verbünden wir uns mit den Anderen, ist unser Volk in der Zivilisationsphase der Religionstyp, vernichten wir sie, ist es der Militärtyp.

Im Grunde ist die Stammesphase keiner weiteren Erwähnung wert, hier wird aber die dämliche KI der Kreaturen nochmal deutlich:

Diejenigen, die noch nicht die Stammesphase erreicht haben, stehen apathisch um ihre Nester herum und vermehren sich einfach. Ist doch schön, wenn man noch Ziele hat im Leben.

Zudem ist die Wegfindung der eigenen Pappkameraden teils grauenhaft:

Wie oft standen vier, fünf, meiner selbstkreierten Vollidioten ungläubig vor einer winzige Hebung in der Landschaft und schafften es auch nach mehreren Versuchen weder darum noch darüber.

Das einzig Spannende an dieser Phase ist die Möglichkeit, die eigenen Viecher anzuziehen, die begrenzten Möglichkeiten haben mich persönlich allerdings ziemlich enttäuscht, hatte ich doch erwartet, alles frei gestalten zu können.

Bringen wir also das langweilige Stammesgedöhns hinter uns und wenden uns der nächsten Phase zu:

Die Zivilisationsphase- „Habe ich das falsche Spiel gekauft?“

Eigentlich widerstrebt es mir, noch weiterzuschreiben. Ich würde gern zum Fazit kommen, aber es versteht mich natürlich keine Sau, wenn ich die letzten beiden Punkte einfach unterschlage.

Die Zivilisationsphase ist wirklich der schwächste Teil von SPORE.

Hier hat man uns ein langweiliges, Innovationsloses Strategiespielplagiat hingeklatscht, in dem wir ohne erkennbaren Grund Normnamentragende Feindzivilisationen zerstören müssen.

Gefreut hatte ich mich auf das Häuser- und Fahrzeug- Design, auch hier kann man jedoch wieder nur vorgefertigte Teile zusammenstecken- mau.

Haben wir den langweiligsten Eroberungskrieg seit „Heroes of Annihilated Empires“ hinter uns gebracht, kommen wir zur letzten und spielzeittechnisch längsten Phase:

Die Weltraumphase- Wo SPORE aufhört und SPORE beginnt

Hä? Was geht ab? Ich hab ein Raumschiff? Geil.

So geil dann doch nicht, stellt sich schnell heraus. Hakelige, bekloppte Steuerung und die Tatsache, dass es vollkommen egal ist, wie unser eben designtes Vehikel bewaffnet ist (Die Waffenwerte spielen keine Rolle mehr, davon war jedoch im Raumschiffcreator keine Rede) machen mich skeptisch.

Dann passiert folgendes: SPORE schleicht sich von hinten an und schlägt mir eine Bratpfanne ins Genick, um anschließend auf mich einzutreten. Wie, jetzt gibts eine Story? Wozu hab ich dann vier Stunden lang diese anderen Phasen durchgehalten?

(Auf die Möglichkeiten der Weltraumphase werde ich nicht weiter eingehen. Jegliche Motivation, diesem Spiel noch irgendwelche Zeit zu widmen, war an diesem Punkt verloren.)

An diesem Punkt habe ich dann aufgehört zu spielen, die Begründung folgt auf dem Fuße:

Warum weniger manchmal mehr ist

Spore ist ein problematisches Spiel, finde ich. Du kaufst es und freust dich auf die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten etc., was dir aber eigentlich untergeschoben wird, kannst du garnicht wissen:

SPORE ist ein Spiel, das mit 30, 40 Jahren mehr Entwicklungszeit wirklich passabel hätte werden können.

Herr Wright und seine Leute haben hier nämlich leider nicht ein Spiel aus 5 Teilen programmiert; vielmehr haben sie 5 Spiele in eine Packung gepackt und lediglich mit neuem Ettikett versehen.

(Mal davon abgesehen, dass die ersten beiden Phasen wirklich innovativ sind).

Für sich gesehen sind alle 5 Phasen Spielspaßmäßig allerdings wenig mehr als mies.

Die dritte Phase erklärt mir plötzlich, dass so gut wie alles, was ich zuvor entschieden habe, unwichtig war, in der vierten wird es dann endgültig. Sowieso waren für mich lediglich Zell- und Kreaturenphase interessant:

Trotz der innovations- und anspruchslosen und teilweise etwas undurchsichtigen Minispiele macht das Kreaturenbauen Spaß- eine Zeit lang zumindest.

Phase 3- 5 kann man sich jedoch getrost schenken.

Die ganze Geschichte ist insofern tragisch, als, hätte sich Maxis vom Spielprinzip her lediglich auf die Kreaturenentwicklung konzentriert, SPORE bestimmt ein super Spiel hätte werden können.

Hier wird jedoch lediglich ein Gesamtpaket geliefert, das sogar noch weniger ist als die Summe seiner Einzelteile.

Sieht wohl so aus, als müsste ich weiter „Titan Quest“ spielen.

Denn „Titan Quest“ (Actionrollenspiel, THQ) macht SPORE gegenüber eine entscheidende Sache richtig:

Die ganze Zeit nur auf Monster einkloppen und Gegenstände einsacken mag ohne erweiternde Spielkonzepte erstmal ziemlich langweilig klingen. Hier hat man sich jedoch auf ein Konzept konzentriert und dieses so überzeugend rübergebracht, dass „Titan Quest“ für mich auf der Suchtskala noch eine Weile ganz oben bleiben wird, während SPORE in dieser Hinsicht kaum einer Erwähnung wert ist.

Ich hoffe nur, dass die Entwickler aus diesem Spiel gelernt haben:

Bei einem guten Spiel kommt es manchmal weniger auf seine Komplexität als auf seine Ausgereiftheit an. Und bevor nicht alle 5 Phasen von SPORE spannend und anspruchsvoll sind, wird auch SPORE als Gesamtpaket nicht überzeugen können.

Anmerkung: Einige Punkte habe ich ausgelassen, da ich sie für nicht so überragend wichtig finde. Über die Online- Möglichkeiten von Spore, den merkwürdigen Kopierschutz und die eher mittelmäßige Grafik wurde schon genug geschrieben.

Inkballmomente

September 19, 2008

Die Tatsache, dass ich fast dreißig Sekunden lang halbleere Chipstüten und Flaschen beiseiteschieben muss, um halbwegs freie Sicht auf den Bildschirm zu haben zeigt mir noch einmal, dass es ein guter Abend gewesen sein muss.

Das ist wohl was, das man nur mit 17 machen kann, ohne für bekloppt oder kindisch erklärt zu werden:

Fast eine Stunde lang an der Bushaltestelle vor dem Altersheim sitzen und Äpfel aus dem Garten gegenüber essen bzw. bis ein Uhr Nachts einem stark angeheiterten Kumpel beim Inkball- Spielen zusehen (Wird in diesem Fall tatsächlich beides großgeschrieben, da „beim“ eine Abkürzung für „bei dem“ ist, „bei dem Inkball- Spielen“ also).

Im Grunde ist dieses Spiel ja bratzelangweilig.

Wie kann man sich den Mist nur eine halbe Stunde lang ansehen, ohne auch nur ein Wort zu reden?

Das bringt mich immer wieder zurück auf die Idee, dass es eine Art stilles Einverständnis zwischen allen Vernünftigen der Welt geben muss:

Es gibt Momente, da sind keine Worte nötig.

Präzise Handbewegungen ziehen eine schwarze Linie, ein kleiner orangener Ball prallt ab, perfektes Par.

Tiger Woods wäre wohl neidisch.

Dabei die ganze Zeit „U, U, D, D, L, R, L, R, A, B, SELECT, START“ von den Deftones gehört, ein Instrumental natürlich.

Manchmal braucht es eben keine Worte.