Was hier steht, musste einfach aufgeschrieben werden.

Egal, ob ich grade besoffen bin.

Egal, ob ich mich auf die Party einfach selbst eingeladen habe.

Egal, ob ich hinterher selbst die Nachhausefahrt von sehr großzügigen Menschen geschnorrt habe.

Egal, ob dieser Text eine abstruse Menge Rechtschreibfehler enthalten wird (Meine Feinmotorischen Fertigkeiten lassen irgendwie zu wünschen übrig, ich weiß ja auch nicht…), ich bitte das schonmal im Voraus zu verzeihen.

Ich möchte nur einfach hier kurz niederlegen, dass dieser Abend gewiss einer der besten meines bisherigen Partydaseines war.

Mir doch egal, ob das jemanden interessiert, außerdem habt ihr sogar meine Analyse gelesen, insofern…

Es ist jetzt 02:27AM und ich sitze zu Hause vor meinem Rechner, angeheitert von diversen Alkoholika, und fühle mich einfach gut.

Denn es gibt einfach ein paar Fakten, die festlegen, ob es eine gute Party war, oder nicht:

– Der Gastgeber:

War ein wahnsinnig netter, total bescheidener Kerl, dem es eigentlich wirklich nur darum ging, ob seinen Gästen das Essen jetzt geschmeckt hat, dass seine Eltern in der Arbeit eines halben Tages zubereitet hatten.

– Die Gäste:

Zu Anfang leider etwas wenig, was vor allem den Gastgeber mitgenommen hat, zum Schluss aber eindeutig genau die richtige Anzahl. Vor allem aber nur geile Leute mit einem gewissen Niveau, wenn ihr versteht, was ich meine.

– Die Musik:

Gut, normalerweise höre ich eher Indie-, und Postrock, sowas in der Gegend eben. Aber auf Parties, da muss es für mich House oder Dancehall sein. Die Anlage war geil, die richtige Musik war vorhanden, in sofern also alles geil.

– Das Essen/ Die Getränke:

Wie schon oben erwähnt, das Essen war einfach nur geil. Vater des Gastgebers war ein Koch und der hatte es, soviel lässt sich mit Gewissheit sagen, wirklich drauf. Zu trinken gab es tonnenweise Mischzeug und Härteres, aber auf Unalkoholisches, der Gastgeber punktet also auch hier.

– Der Abstürzer

Jede Party braucht mindestens einen, aber bitte nicht mehr als 5 Leute, die sich so übel betrinken, dass hinterher alle anderen was davon haben (Schadenfreude, Mitleid, Selbstwertgefühl). Hier gabs zwar nur einen, aber der hat dafür das volle Programm geboten, also auch hier alles geil.

– Nach der Party:

Damit meine ich die Phase der Party, in der der Großteil der Leute schon zu Hause ist und nur noch ein paar abgehärtete Veteranen sich um den Gastgeber schaaren und bei einem schönen Bier über allen möglichen Mist reden. Und man wird wohl behaupten können, dass wir das ausgiebig getan haben.

– Die Nachhausefahrt:

Ein Typ, der bei uns mitgefahren ist, war sowas von absolut besoffen, dass ging fast garnicht mehr. Aber eben nur fast. Der Typ war einfach nur lustig. Also auch hier Pluspunkte.

Das sollte wohl ausführlichst dargelegt haben, warum ich diesen Abend so geil fand.

Hiermit appeliere ich an mein nüchteres Ich:

Ich hoffe, du löschst diesen Artikel nicht gleich morgen, ist doch vielleicht mal ganz interessant, zu sehen, wie du so schreibst, wenn du ordentlich einen im Tee hast.

Auch hoffe ich, euch nicht allzu übel mit meinen Partybewertungsrichtlinien gelangweilt zu haben, sollte ich das hier nicht löschen, berichte ich vielleicht demnächst mal öfter von der Front.

Bis dahin:

Gute Nacht, hört gute Musik und schlaft euch aus.

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Mich an meinem Kumpel Quappe orientierend, der das ja auch ziwschendurch mal macht, stelle ich hier mal ein Stück meiner schulischen Arbeit zur Schau.

Diese Analyse ist das Ergebnis eines insgesamt bestimmt einen Dreivierteltag andauernden Arbeitsprozesses, willkommen im Deutsch- Leistungskurs sag ich da nur.

Eventuelle Holprigkeiten in der Formulierung bzw. Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen (Wenn ihr welche findet, ruhig posten. Da freu ich mich^^) das ist die erste digitale Version der ersten überarbeiteten Fassung.

So, genug der Vorrede:

Analyse: Andreas Gryphius- Menschliches Elende

Menschliches Elende (1637)
Was sind wir Menschen doch! Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen,
Ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit,
Ein Schauplatz herber Angst, besetzt mit scharfem Leid,
Ein bald verschmelzter Schnee und abgebrannte Kerzen.

Dies Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Scherzen.
Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid
Und in das Totenbuch der großen Sterblichkeit
Längst eingeschrieben sind, sind uns aus Sinn und Herzen.

Gleich wie ein eitel Traum leicht aus der Acht hinfällt
Und wie ein Strom verscheußt, den keine Macht aufhält,
So muss auch unser Nam, Lob, Ehr und Ruhm verschwinden.

Was itzund Atem holt, muss mit der Luft entfliehn,
Was nach uns kommen wird, wird uns ins Grab nachziehn.
Was sag ich? Wir vergehn wie Rauch von starken Winden.


Analyse:

Das von mir zu analysierende Gedicht „Menschliches Elende“ wurde 1637 von Andreas Gryphius verfasst, somit ist es also in der literarischen Epoche des Barock einzuordnen.
Zu dieser Zeit, die sich durch eine starke Gegensätzlichkeit aus der Freude am diesseitigen Leben und der Angst vor dem Tod auszeichnete, prägte vor allem der Dreißigjährige Krieg mit seinen unmittelbaren Verheerungen und menschlichem Leid das Denken der Menschen.
Maßgeblich aus dieser Gegensätzlichkeit entstammen auch die drei Grundmotive barocker Lyrik:
Der Mensch sollte sich einerseits an seinem Leben erfreuen (carpe diem), sich gleichzeitig aber auch der Vergänglichkeit irdischen Lebens (vanitas) und dem allgegenwärtigen und unausweichlichen Tod bewusst werden.
Zwei dieser Motive zeigen sich auch in Gryphius Gedicht, das sich inhaltlich mit vanitas und memento mori beschäftigt.
Gryphius schildert menschliches Leiden und die Flüchtigkeit und Unbedeutsamkeit unseres irdischen Daseins.
Intention des Autors war es, die Vergänglichkeit des menschlichen Seins und die Qualen zu schildern, mit denen das irdische Leben die Menschen zur Zeit des Barock peinigte.
Formal ist dieses Gedicht zunächst in der Gedichtform des Sonetts verfasst, klassischerweise bestehend aus zwei Quartinen und zwei Terzinen.
Als Versmaß findet sich der für die Zeit des Barock übliche Alexandriner, ein sechshebiger Jambus. Dieser weist, ebenfalls üblich, nach jeder dritten Hebung eine Zäsur auf:
(Z.1) „ Was sînd wir Mênschen dôch | Ein Wôhnhaus grîmmer Schmêrzen.“
Dieses Metrum trägt im Verlauf des Gedichts dazu bei, eine aufgewühlte Grundstimmung zu schaffen, so dramatisiert es unter anderem, den Ausruf zu Anfang des Gedichtes.
Der Alexandriner lässt Gryphius Verse wie zornige Wellen wogen und verstärkt so den Eindruck eines verzweifelten, qualvollen Aufschreis.
Das Reimschema ist in den ersten beiden Quartinen „a-b-b-a“, ein umschlingender Reim also;
in den beiden Terzinen hingegen handelt es sich mit „c-c-d, e-e-d“ und einen Schweifreim.
Dieser Unterschied im Reimschema unterstreicht die inhaltliche Zäsur nach den beiden Quartinen zusätzlich und erhöht die Spannung in der zweiten Hälfte des Gedichts.
Bis auf die ersten und letzten Zeilen der Quartinen sowie die letzten Zeilen der Terzinen sind zudem alle Verse mit männlichen Kadenzen abgeschlossen.
Auf diesen und andere Aspekte dieser ersten Betrachtung des Gedichts unter fomspezifischen Aspekten werde ich im späteren Verlauf der Analyse noch bezugnehmen.

„Was sind wir Menschen doch!“(Z. 1), mit diesem Ausruf richtet sich das lyrische Ich in der ersten Zeile von „Menschliches Elende“ direkt an den Leser.
Hier dient die Zäsur nach der dritten Hebung des Jambus dazu, die unterschwellige Frage, die in diesem Ausruf mitschwingt, klar von der direkt darauf folgenden Antwort abzugrenzen:
Den gesamten Rest der Strophe schildert das lyrische Ich die Verlorenheit und Nichtigkeit der Menschen, vor allem aber seine Ausgeliefertheit an ein grausames, willkürliches Schicksal, das zu beeinflussen oder zu verändern nicht in ihrer Macht liegt.
Am deutlichsten wird dies wohl an einer Metapher aus der zweiten Zeile von „Menschliches Elende“:
„Was sind wir Menschen doch!“[Z.1]) „Ein Ball des falschen Glücks.“ (Z.2)
Wie in den anderen Metaphern der ersten Strophe („Ein Wohnhaus grimmer Angst, […], ein Irrlicht dieser Zeit, ein Schauplatz herber Angst, […]“) wird der Mensch hier objektiviert.
Er ist dem Schein, der hier als Motiv durch das „falsche Glück“ zum ersten Mal auftritt, ausgeliefert bzw. liefert sich seinen oberflächlichen Lüsten und Begierden aus;
will heißen: Stürzt sich selbst ins Elend.
Diese Objektivierung tritt auch syntaktisch zutage, nämlich in Form eines Genitiv-Attributs („des“, Z. 2), das zeigt sich auch bei den anderen genannten Metaphern der ersten Strophe.
Dieses Motiv des Scheins tritt auch in der dritten Zeile des Gedichts auf („Ein Schauplatz herber Angst […], Z. 3), mit der Ball- Metapher durch eine syntaktische Parallelität verknüpft, die die Bedeutung und den Bezug der beiden auf einander unterstreicht.
Gerade diese dritte Zeile betont auch das Leid der Menschen durch die Gegenüberstellung der beiden Gegensätze „herb“ (Z.3) und „scharf“ (Z.3), zusätzlich dargestellt durch die Gegenüberstellung der beiden Vershälften.
In der ersten Zeile des Gedichts wird jedoch ein anderes, wichtiges Motiv eingeführt:
„Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen,“:
Die Bindung des Menschen an seinen Körper, aus dem er nicht entfliehen kann und den er sich vor allem nicht aussuchen kann.

Dieses Motiv findet man auch wieder in der sechsten Zeile, in der es heißt „[…] des schwachen Leibes Kleid“.
Hier könnte man zudem ein religiöses Motiv, einen Hinweis auf ein Leben nach dem Tod, argwöhnen, da der Körper nur als Kleidungsstück, als sozusagen Übergangslösung dargestellt wird.
Diese Thematik wird jedoch nicht weiter entfaltet.
Für das lyrische Ich ist der Körper auf jeden Fall aber etwas unangenehmes, oft hinderliches, das uns vor allem scheinbar willkürlich zugeteilt wird.
Dieses ausgeliefert sein an ein Schicksal, das uns gänzlich unverständlich ist, ist auch Thema des zweiten und dritten Verses der ersten Strophe:
„Ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit, ein Schauplatz herber Angst.“ (Z. 2, 3)
Die Menschen sind hier Spielball ihrer eigenen Oberflächlichkeit, vielleicht auch einer höheren Macht, auf jeden Fall jedoch nur ein Objekt.
Nach vergänglichem Glück strebend irren sie umher, um nur noch mehr mit sich ins Verderben zu reißen (Irrlicht, Z.2) und sind letztendlich doch nur Zaungäste ihres eigenen Leids.
Gerade die Metapher „ein Irrlich dieser Zeit“(Z.3) verstärkt noch einmal das Motiv der vanitas:
Die Menschen werden als orientierungslos, vergänglich und nichtig dargestellt.
Vor allem in der vierten Zeile wird dies noch einmal deutlich:
„Ein bald verschmelzter Schnee und abgebrannte Kerzen.“
Diese beiden Metaphern unterstreichen noch einmal ganz klar die Aussage der ersten drei Zeilen:
Durch die beiden Vorsilben „ver“(„verschmelzt“, Z.4) und „ab“(„abgebrannt“, Z.4) wird auch hier, wo die vanitas- Thematik eigentlich von menschlicher Nichtkeit handelt, die Passivität des Menschen ausgedrückt, der, wie in allen vorangegangenen Metaphern, verdinglicht und somit zur Handlungslosigkeit verdammt wird.
Die über vier Zeilen fortgesetzte Anapher „Ein“(„Ein Wohnhaus[…], Ein Ball[…], ein Irrlicht[…]“ usw, Z.1,2), dient dazu, diese Metaphern der ersten Strophe miteinander zu verknüpfen ud verleiht ihnen zudem besonderes Gewicht.
Während sich also die erste Strophe des Gedichts hauptsächlich mit dem großen Gefühl der Verlorenheit auseinandersetzt, das zur Zeit des Barock wohl viele Menschen ob ihrer Machtlosigkeit gegenüber den Gräueln dieser Epoche befallen haben mag, setzt die zweite Strophe sich stärker mit dem Motiv memento mori auseinander.

„Dies Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Scherzen“(Z.5), hier findet das lyrische Ich einen bildhaften Vergleich, in dem sowohl die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens, als auch das Wissen um einen unausweichlichen Tod Platz finden.
Durch die Wortwahl („fleucht“, „Geschwätz“, Z.5) drückt sich außerdem zum einen eine gewisse Geringschätzung für das Leben aus; es „fleucht“ wie Getier, wie Insekten, zudem findet sich mit „Geschwätz“ ein ebenfalls sehr negativ besetzter Begriff.
Zum anderen drücken die beiden Wörter auch die unglaubliche Vergänglichkeit des Lebens aus:
Es „fleucht“ und ist wie „Geschwätz“ größtenteils bedeutungslos und bald vergessen.
Durch das Reimschema des umschlingenden Reims („Scherzen, Z.5, „Herzen“, Z.8) wird dieser Vers desweiteren mit dem abschließenden Vers der zweiten Strophe verknüpft, der sich ebenfalls mit der vanitas- Thematik beschäftigt („sind uns aus Sinn und Herzen, Z.8)
Der zweite und dritte Vers der zweiten Strophe indes handeln von der Gewissheit eines unausweichlichen Todes, sind jedoch durch Enjambements untereinander und mit dem Endvers verbunden.
Die drei letzte Verse der zweiten Strophe werden so zu einem einzigen Satz, hier wird also erneut auch syntaktisch eine Verbindung zwischen vanitas und memento mori hergestellt.
„Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid
Und in das Totenbuch der großen Sterblichkeit
Längst eingeschrieben sind, sind uns aus Sinn und Herzen.“(Z.6-8)
Der Mensch vergisst schnell, was vor ihm war und trägt so dazu bei, dass sich auch an ihn niemand allzulange erinnern wird, wenn seine Zeit vorüber ist.
In dieser zweiten Strophe wird die durch das memento mori Motiv geschaffene Schwermut durch eine bewusst düstere Auswahl an Bildern unterstrichen, die alle Tod und Vergänglichkeit zum Inhalt haben:
„des schwachen Leibes Kleid“(Z.6), „Totenbuch der großen Sterblichkeit“(Z.7).
Diese beiden Motive, vor allem aber das „Totenbuch der großen Sterblichkeit“ verweisen inhaltlich auf den Dreißigjährigen Krieg mit seinen unzähligen direkten und indirekten Opfern.

Es folgt mit dem Beginn der ersten Terzine neben der formellen auch eine inhaltliche Zäsur.
Beschäftigten sich die beiden Quartinen mit dem Schicksal des einzelnen Menschen, handeln die Terzinen nun von den Qualen und der Vergänglichkeit des irdischen Lebens an sich.
Dabei werden jedoch durchaus Motive des ersten Gedichtparts aufgegriffen, zum Beispiel der passive, objektivierte Mensch, lediglich mit dem Unterschied, dass sie sich heir auf die gesamte Menschheit beziehen.
„Und wie ein Strom verscheußt“(Z.10)
Auch hier drückt das Präfix „ver“ ein Passiv aus, gegen das weder der einzelne, noch die Masse sich zu wehren vermag.
Durch eine syntaktische Parallelität ist dieser bildhafte Vergleich zudem verbunden mit einem Äquivalent in der ersten Zeile der Strophe:
„wie ein eitel Traum“(Z.9)
„wie ein Strom verscheußt“ (Z.10)
Dieser Vergleich greift noch einmal die Flüchtigkeit des irdischen Lebens auf, das hier mit einem oberflächlichen, „eitlen“ Traum verglichen wird, es wird also auch erneut das Motiv Schein ins Spiel gebracht.
In der letzten Zeile der dritten Strophe äußert das lyrische Ich zudem die zwingende Notwendigkeit der menschlichen Existenz zu verenden und schließlich vergessen zu werden:
„So muss auch unser Nam, Lob, Ehr und Ruhm verschwinden.“(Z.11).
Nicht nur inhaltlich, sondern vor allem durch das Reimschema des Schweifreims ist dieser Vers verknüpft mit der letzten Zeile des Gedichts:
„Was sag ich? Wir vergehn wie Rauch von starken Winden.“(Z.14)
Auch dieser handelt von menschlicher Ohnmacht, der Vergänglichkeit unseres Daseins und unserer Ausgeliefertheit an ein uns unverständliches Schicksal, das uns umherweht wie der Wind den Rauch, bis wir schließlich unsere Existenz so unbedeutend abschließen wie wir sie begonnen haben und absolut nichts von uns zurückbleibt oder an uns erinnert.
Dieser letzte Vers beginnt zudem mit der rhetorischen Frage „Was sag ich?“(Z.14), stellt somit also nicht nur inhaltlichen Bezug zur letzten Zeile der zweiten Terzine her, sondern desweiteren auch zum Rest des Gedichtes.
Auf die rhetorische Frage folgt prompt die Antwort, die sowohl „Menschliches Elende“ inhaltlich zusammenfasst, als auch mit einer vernichtenden Gewissheit abschließt:
„Wir vergehn wie Rauch von starken Winden.“(Z.14).
Eine Anapher, wie sie sich sonst nur in der ersten Strophe des Gedichts findet (was erneut einen Bezug zum Anfang des Gedichtes herstellt), verbindet die letzten drei Verse von „Menschliches Elende“:
„Was itzung Atem holt[…]
Was nach uns kommen wird[…]
Was sag ich[…]“(Z.12-14).
Der erste und zweite Vers, nicht nur unterstützt durch genannte Anapher, sondern auch durch einen syntaktischen Parallelismus („Was itzund Atem holt“, „Was nach uns kommen wird“[Z. 12,13]) kombiniert erneut die Motive der vanitas und des memento mori.
Was Atem holt, ist mit dem Vorgang des Ausatmens bereits vergangen („muss mit der Luft entfliehn“, Z.12), was folgt, ist ebenso vergänglich und wird genauso sterben.

Im Fazit ist „Menschliches Elende“ von Andreas Gryphius eine beeindruckend hoffnungslose Schilderung der ewigen menschlichen Angst vor dem Tod und dem Widerwillen, die eigene Bedeutungslosigkeit zu erkennen.
Gryphius formuliert hier sowohl menschliche Nichtigkeit als auch menschliche Vergänglichkeit als unumstößliche Tatsachen und prangert die Sehnsucht des Menschen nach dem kurzen, dem falschen Glück an.
Wie in der barocken Dichtkunst üblich, hat Gryphius zwei der damals beliebten Thematiken gewählt, memento mori und vanitas.
Diese werden um das hintergründig zu Tage tretende Motiv des Scheins ergänzt und mit Metaphern ausgeschmückt.

Aftermath: Heldentod

August 24, 2008

Project: Ʌftermath.

Part.two- Heldentod
Ein monotones Piepen und das Aufflackern der chemischen Lampe direkt über meinem Kopf wecken mich.
Unerbittlich bohrt sich das Röcheln der Atemluftaufbereitung in mein Bewusstsein und ich öffne die Augen.
Schal schmeckende Luft flutet meine Lungen während die beiden Offiziere aufwachen, mit denen ich das Zelt teile.
Ich krieche aus meinem Schlafsack, komme langsam auf die Beine.
Reibe mir nicht die Augen, oder fahre mir verschlafen mit der Rechten über die Glatze.
Bereits vor Wochen sind uns die Antiseptika ausgegangen und alles ist voller Schmutz und Krankheit.
„Morgen Krüger.“
Volsom steht neben mir, leicht gebückt.
Er ist ein Riese, einhundertzehn Kilogramm Muskeln und animalische Schläue.
Der Einsatz hat ihn gezeichnet, seine totenblasse Haut hebt sich kaum vom camo-grau der Zeltwand ab.
Und seine Stimme.
Wenn er redet, klingt es, als ob es ihn körperlich anstrengen würde.
Vor einem Monat hat er seine Maske verloren, seine Lunge ist bereits zerfressen.
Er weiß, dass es zu Ende geht und auf eine unheimliche Weise macht ihn das noch tödlicher.
Ich bedenke Volsom mit einem Nicken, während ich meine Flakjacke überziehe und Meyer einen leichten Tritt in die Seite verpasse, damit er nicht wieder einschläft.
Er dankt es mir mit einem Grunzen, stützt sich auf die Hände und kriecht ebenfalls aus seinem Schlafsack.
Meyer ist Deutscher wie ich und eigentlich ein einfacher Soldat.
Dann hat irgendsoein Kommunistenwichser Leyland, meinen zweiten, erledigt und Meyer ist aufgerückt.
Sein Gesicht hat etwas schweinisches und sieht viel zu rund aus, noch bis vor wenigen Tagen hat er sich an den Rationen der Männer bedient.
Ich hätte ihn mit gutem Recht erschießen können, aber brauche jeden Soldaten.
Er redet nicht viel, seit ich ihm dafür vor dem Rest des Trupps die Quittung gegeben habe.

Volsom merkt, dass ich in Gedanken versunken bin, und wirft mir einen ernsten Blick zu.
„In einer Woche bin ich tot, und dann wird Meyer meinen Platz einnehmen. Besser, du drehst nicht auch noch durch, sonst verreckt ihr alle.“, sagen seine Augen.
Er ist bereits fertig und zieht seine Jacke zu.
„Weck die Männer.“
Volsom nickt und schließt die behelfsmäßige Luftschleuse des Zelts hinter sich.
Seinen Schutzanzug hat er einem der Soldaten gegeben, er braucht ihn nicht mehr.
„Leutnant“ salutiert Meyer und grinst dämlich.
Vielleicht ist er wahnsinnig, oder ich, oder wir beide.
Auch heute werden wir töten.

Wie eine stinkende zweite Haut schmiegt sich das Gummi der Atemmaske an mein Gesicht und alter Schweiß läuft aus der Kapuze des Schutzanzugs in meinen Nacken.
Meine Hand, die in einem plumpen Handschuh steckt, bedient das „Öffnen“-Feld der Schleuse.
Ein letztes Mal röcheln die Säuredüsen über mir -die Tanks sind schon lange leer.
Dann lösen sich Magnetverriegelungen und mit einem Zischen weicht die Luft aus der Vorderseite der Luftschleuse, sodass die „Tür“ in sich zusammenfällt wie ein kaputter Ballon.
Meine Augen gewöhnen sich langsam an das natürlich Licht, während ich mit dem Würgereiz kämpfe; was ich durch die Gasmaske atme schmeckt nach Chemie, schmeckt nach Atomkrieg.
Vielleicht werde ich mich nie daran gewöhnen.
Von allen Seiten starren die leeren Augenhölen ausgebrannter Fenster auf uns nieder und wünschen uns den Tod.
Sie werden ihren Willen bekommen, früher oder später.
Wellige, pechschwarze Überreste von Putz blättern von den Wänden, die nach dem Inferno der Bomben noch stehen.
Volsom und zwei der Wachposten klettern über die Schutthalde, die vom zweiten Stockwerk eines der Gebäude bis zum Boden reicht und kommen in lockerem Laufschritt auf mich zu.
Die jungen Soldaten tragen ihre Schutzanzüge und Gasmasken vorschriftsmäßig, bleiben in vielleicht zwei Schritt Entfernung stehen und salutieren.
Schriftzüge auf den Brustteilen ihrer Anzüge weisen sie als Davey und Klingel aus, Frischlinge aus der dritten Aushebung.
Wenn man sie beobachtet, wie sie sich bewegen, sich gegenseitig absichern, die Gewehre lässig geschultert, könnte man sie für Veteranen halten.
Doch sie sind nur noch Hüllen.
Der Krieg hat sie ausgebrannt und ihnen die Persönlichkeit genommen; sie haben den Wahnsinn einfach übersprungen und sind bereits tot.
“Leutnant, die Späher melden, dass alles ruhig war heute Nacht.”
Ich blicke Volsom an.
Es ist nie ruhig.
Er zuckt nur mit den Schultern und schickt die beiden zum Laster.
“Hol mir den Funker.”

Karess war mal ein gutaussehender Bastard.
Dann hat es seine Maske erwischt, und ihn das rechte Auge gekostet.
Unter dem schmutzigen Verband, den er um den Kopf gewickelt trägt, heben sich deutlich Wucherungen ab.
Er hat seinen Schutzanzug abgelegt und trägt nur Tarnkleidung, in der Rechten ein gepanzertes Stahlgehäuse, das Langstreckenfunkgerät.
Den Gruß spart er sich, setzt sich schweigend auf einen Trümmerblock und wählt das Oberkommando an.
Es beginnt das allmorgendliche Austauschen von überflüssigen Sicherheitscodes und Statusberichten.
Schließlich ein Befehl; eine Feindgruppe davon abhalten, hinter unsere Linien zu gelangen.
Als ob wir noch Linien hätten.
Spielt sowieso keine Rolle, denn dieser Krieg kennt nur ein Gesetz:
Töten wir sie nicht, töten sie uns.

Ich sitze im Führerhaus des Lastwagens, links neben mir Carson, der das Fahrzeug steuert.
Er ist als Soldat nicht mehr zu gebrauchen, weil ihm ein Bein fehlt.
Vier Mann eskortieren den Laster in lockerem Laufschritt, während Volsom einen kleinen Spähtrupp anführt und Meyer mit dem Rest des Zugs auf der Ladefläche sitzt.
Jeden Tag stelle ich mir die Frage, wie diese Männer noch funktionieren können.
Die Frage, wie es technisch möglich ist, noch nach Monaten in dieser Hölle ohne Fragen zu stellen Befehle zu befolgen, die sich in ihrer Absurdität jeden Tag aufs Neue überbieten.
Verkrüppelte Soldaten kämpfen mit siechen Milizen um Ruinen verseuchter Städte
Willkommen im dritten Weltkrieg.

Wir biegen in die Kamrowa ein und eine Gruppe skelettdürrer Kinder flüchtet panisch in eine Hausruine.
Weiter vorne Volsom mit zwei Spähern, die sich zwischen zerschossenen Autowracks langsam vortasten und den gröbsten Schrott beiseite schleppen, um eine Fahrrinne für den Laster zu schaffen.
“Wir sind gleich da!” brüllt Carson über das Stampfen des 500-Ps Motor und deutet auf eine brandfleckige Karte, die auf der Mittelkonsole befestigt ist.
Ich nicke und greife nach meinem Funkgerät.
“Ganzer Zug halt!”
Auf meinen Befehl steuert Carson den Lastwagen in eine winzige Seitenstraße, die ab der Hälfte nicht mehr befahrbar ist.
Ich öffne die Tür und springe aus dem Führerhaus, passiere die Eskortsoldaten, die mich halbherzig grüßen.
An der Hauptstraße angelangt, stoße ich fast mit Volsom und seinen Männern zusammen.
“Zwei Transporter, Ecke Twerskaja und Molotow.”
Volsoms Sätze sind militärisch kurz, je weniger Wörter, desto weniger Schmerz.
“Sind wohl in einen Hinterhof, rasten.”

Im automatischen Feuer unserer Gewehre stirbt der Feind einen gnädigen Tod.
Nur wenigen bleibt überhaupt genug Zeit um zu realisieren, dass sie angegriffen werden, bevor sie sterben.
Die verstrahlten Gestalten werden regelrecht auseinandergerissen, als hunderte Kugeln in ihre zerfressenen Körper eindringen und ihnen den lange ersehnten Tod bringen.
Ich sehe das Massaker, sehe Köpfe, die wie Wassermelonen platzen, Bäuche, die von Gewehrsalven aufgerissen werden und Eingeweide über den dreckigen Boden verteilen.
Ich sehe Fontänen dunkelroten Blutes, das in der kalten Mittagssonne schimmert und sich literweise auf Trümmer und über menschliche Körper ergießt.
Das konzentrierte Feuer von sechsundzwanzig Gewehren durchschlägt Knochen und reißt Gliedmaßen ab, zerfetzt die Fahrertür des einen Lasters, als wäre sie aus Papier und vernichtet innerhalb von zehn Sekunden achtundzwanzig Leben.
Und doch sehe ich nichts was mich erschüttern könnte,
nichts, was mich berührt.

Ich hebe die Hand und sofort verstummt das Feuer.
Der chemische Geschmack der Luft wird überdeckt von Schwefelgestank und dem schweren metallischen Odeur frischen Blutes.
Immer noch schweigen die Männer, auch während des Gemetzels haben sie keinen Laut von sich gegeben.
Es ist das einzige, was uns wirklich verbindet-
Unsere Seelen sind tot.
Ich schwinge mich aus einem Fenster und lande federnd auf einem kleinen Vordach, von wo aus ich in den Hof hinabklettere.
Mit einem Grunzen sinken meine Stiefel einige Millimeter tief in den Morast aus altem Staub, Dreck und Blut, der den Untergrund des Hinterhofs bedeckt.
Durch ein Meer aus toten Körpern wate ich zu Volsom, der bei einem der Laster auf mich wartet.

Wortlos bückt er sich und fischt eine Hundemarke aus dem See aus Blut, reicht sie mir.
Ich drehe sie in den Händen und wische mit der rechten den Schmutz ab.

Die Marke trägt eine Gravur in Blockschrift:
Oberleutnant Titus Maurer, Protestant
Blutgruppe A Negativ

The daily Blödsinn

August 21, 2008

Kulpahar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Kulpahar ist eine Stadt im Distrikt Mahoba im indischen Unionsstaat Uttar Pradesh mit knapp 40.000 Einwohnern. Sie liegt in der Bundelkhand-Region. Bis zum 11. Februar 1995 war Kulpahar eine Stadt im Distrikt Hamirpur, bevor an diesem Tag der neue Distrikt Mahoba gegründet wurde. Kulpahar besitzt viele historische Bauten, darunter Tempelruinen aus der Chandela-Dynastie.

Inhaltsverzeichnis

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Lage [Bearbeiten]

Kulpahar liegt am National Highway 76, 135 Kilometer von Jhansi und 278 Kilometer von Allahabad entfernt in einer Höhe von 243 Metern über dem Meer. Die Stadt liegt auf 25° 19′ nördlicher Breite und 79° 39′ östlicher Länge.

Geschichte [Bearbeiten]

Kulpahar war die Hauptstadt eines gleichnamigen Fürstentums in Britisch-Indien. Um 1700 durch Senapati gegründet, wurde die Stadt 1804 von den Briten erobert und wurde ein Fürstentum im Bundelkhand-Gebiet der Central Indian Agency. Das Fort der Stadt auf einem steilen Hügel, ca. 250 m über dem Meeresspiegel, ist noch heute zu sehen und besitzt viele filigran geschnitzte Skulpturen.

Archäologische Fundorte [Bearbeiten]

In und um Kulpahar gibt es mehrere archäologische Fundstellen mit Bauten aus dem 10. Jahrhundert. Einige der Fundorte sind:

Bevölkerung [Bearbeiten]

Die eigentliche Stadt Kulpahar hat 17.431 Einwohner, zusammen mit den umliegenden ländlichen Vororten sind es 37.485. Im Kreis Kulpahar wohnen 294.764 Einwohner.

Klima [Bearbeiten]

  • Sommer – Tag 43°C, Nacht 20°C
  • Winter – Tag 25°C, Nacht 2°C
  • Niederschlag: 660 Millimeter (hauptsächlich in der Monsun-Zeit von Juni bis September)
  • beste Reisezeit: August bis März

Öffentlicher Verkehr [Bearbeiten]

Luftverkehr [Bearbeiten]

In der Nähe befindet sich der Flughafen von Khajuraho, von wo aus Delhi, Varanasi und Agra angeflogen werden. Andere Flughäfen in der Nähe sind Kanpur (180 Kilometer) und Lakhnau (250 Kilometer).

Straßenverkehr [Bearbeiten]

Die NH 76 verläuft mitten durch die Stadt. Eine andere Landstraße, die Kulpahar anbindet, ist die NH 74 nach Kanpur und Sagar in Madhya Pradesh. Es gibt andere Landstraßen, die Kulpahar mit anderen Teilen des Bundesstaats verbinden. Kulpahar verfügt auch über einen Busbahnhof. Touristische Taxis, Rikschas und Tempi sind für den innerstädtischen Verkehr vorhanden. Das preiswerteste und leistungsfähigste Transportmittel ist das Tonga. Der Tarif ist nicht festgelegt und muss verhandelt werden.

Eisenbahn [Bearbeiten]

Kulpahar ist ein Bahnhof in der North Central Zone der Indian Railways und wird durch Züge mit allen großen Städten in Nordindien verbunden. Die wichtigsten Expresszüge sind der Bundelkhand-Express, der Chambal-Express, der Mahakoshal-Express und der Uttar Pradesh Sampark Kranti-Express.

Granitgewinnung [Bearbeiten]

In der Region Kulpahar wird umfangreicher Granitabbau betrieben. Das grobe, graue, rosafarbene oder rötliche Gestein enthält Spuren von Feldspat, Dolerit und Quarz. Durch die vielen verschieden gefärbten Granitarten ist die Nachfrage nach dem Baumaterial hoch. Die wichtigsten Vorkommen sind unterirdisch und werden durch Tagebau gefördert.

Ausflugsziele [Bearbeiten]

  • Charkhari: 15 km nördlich der Stadt.
  • Mahoba: 25 km östlich der Stadt.
  • Khajuraho: 80 km südwestlich der Stadt.
  • Ajaigarh: 100 km südwestlich der Stadt.
  • Panna: 120 km südwestlich der Stadt.
  • Orchha: 125 km westlich der Stadt.
  • Jhansi: 135 km westlich der Stadt.
  • Kalpi: 140 km nordwestlich der Stadt.
  • Chitrakoot: 150 km östlich der Stadt.
  • Kalinjar: 150 km südöstlich der Stadt.

Wenn ich mir das alles jetzt so ansehe… dann stellt sich mir doch eine grundlegende Frage:

Wer zum verfickten Teufel sollte sich dafür interessieren?

Ich meine, sitzt da irgendwo vielleicht wer, der sich denkt:

„Hmm, Scheiße, wenn ich doch jetzt nur wüsste, wie weit Chitrakoot von Kulpahar weg ist… so ein Mist. Werde ich es je erfahren? Hat mein Leben einen Sinn, ohne die Antwort auf diese Frage zu kennen?“

Also Leute, die Frage ist doch, wer zum Teufel setzt sich abends um 20:40 da hin und klickt solange auf „Zufälliger Artikel“, bis er auf diese blöde Scheiße da stößt?

Oh.

Gute Nacht.

Kam neulich in mein Zimmer und stellte fest:

– Jemand hat einen fast leeren Bauer- Joghurt auf meinem Schreibtisch stehen gelassen.

Gut, zunächst einmal lassen sich über diesen Joghurt jetzt folgende Aussagen treffen:

– „Fast leer“ bedeutet in diesem Fall „leer bis auf etwa 2mm Füllhöhe“.

– Es handelt sich um einen Joghurt der Geschmacksrichtung Himbeer.

– Der Deckel des Joghurts ist geradezu lasziv nach oben gewölbt, ein Löffel steckt auch noch in der schmierig rosanen Grütze.

Daraus erschließen sich mir wiederum folgende Tatsachen:

ICH kann das Teil da nicht stehengelassen haben, weil:

– Ich erstens meine Joghurts immer leeresse.

– Ich zweitens schon seit einer Ewigkeit keinen Himbeerjoghurt mehr sehen kann.

– Ich im Bezug auf Milchprodukte ein ordentlicher Mensch bin, schließlich werden die schnell schlecht.

So.

Natürlich habe ich dem ganzen ein angemessenes Maß meiner Aufmerksamkeit zugewandt, folglich also erstmal überlegt, was ich jetzt in der Angelegenheit unternehmen soll.

Gut, heute steht der Joghurt jetzt aber immer noch da und fängt langsam an zu riechen.

Meinem Bruder gehörte der Joghurt nach eigener Aussage auch nicht, mein Vater hat in meinem Zimmer nichts zu suchen und meine Mutter hat überhaupt keine Zeit, irgendwelche Joghurts zu essen, noch dazu in meinem Zimmer.

Meine Oma kommt nicht mehr ins Untergeschoss, deshalb fällt die auch raus.

Damit bin jetzt eigentlich nur noch ich übrig, aber nach den Daten der Spurensicherung ist der Joghurt zum jetzigen Zeitpunkt genau zwei Tage, dreiundzwanzig Stunden, 12 Minuten und 33 Sekunden alt und für den Zeitpunkt habe ich ein Alibi.

Mein Bruder hat zwar keins, es stellt sich mir allerdings ernsthaft die Frage, ob er sich die Mühe machen würde, mich einfach nur aus Langeweile anzulügen, noch dazu bezüglich eines verfickten Himbeerjoghurts.

In Anbetracht der vor mir liegenden Fakten kann ich leider nur zu einem einzigen, noch dazu sehr beunruhigenden Schluss kommen:

Während ich Samstag, den 16 August, etwa gegen 16:10 nichtsahnend im obersten Stock saß und ferngesehen habe, irgendwelchen Society-Mist noch dazu, passierte folgendes:

Ohne für mich ersichtliche kriminelle Motivation ist jemand in unser Haus eingebrochen.

Er hat dazu wahrscheinlich das offene Waschküchenfenster benutzt.

Danach schlich er sich in unsere Küche, um dort mit bemerkenswerter oder vielleicht eher beängstigender Zielstrebigkeit aus unserem Kühlschrank einen Bauer- Joghurt der Sorte Himbeer zu entwenden und diesen anschließend vor meinem PC sitzend zu verspeisen.

Irgendjemand jedoch muss ihn wahrscheinlich vor der Vollendung seiner grauenhaften Tat gestört haben… ja, ich erinnere mich, gegen 16:15 habe ich die Glotze ausgemacht und bin wieder runter…

Das erklärt auch den schäbigen Typen, den ich heute Morgen in meinem Kleiderschrank dabei erwischt habe, wie er eine meiner teuren Jeans zerkaute.

Natürlich hab ich mir da nicht groß was gedacht, mein Gott, da sitzt halt ein Typ in deinem Schrank.

Hast du doch mit 5 Jahren auch schon vermutet, aber da hat dir genausowenig jemand geglaubt, wie dir das jetzt jemand glauben würde.

Mhh.. eigentlich sollte das hier eine Hommage werden an das beste Müsli und die coolste Bierflasche der Welt.

Aber viel interessanter ist doch:

Heute habe ich Kurt Cobain getroffen. Auf der Straße.

Ohne Witz jetzt.

Lief einfach da lang, in der einen Hand ne Dose Insektizide, schlenderte so gekonnt lasziv diese Straße runter und da dachte ich mir: Scheiße Alter, das ist doch Kurt Cobain!

Läuft der da einfach so lang.

Was sollte ich bloß sagen, ich meine, KURT COBAIN!

Der war berühmt, meine ich…

Naja, wie auch immer, jedenfalls, Cobain schlendert diese Straße runter, Insektenspray in der Hand und plötzlich hupt auf der anderen Straßenseite ein Wagen, ein Micra, glaube ich.

Kurt wendet sein Haupt, seine fettige Mähne schwingt herum, und er winkt.

„Wohin?“ fragt eine dünne Frauenstimme.

Mr. toter Rockstar überlegt kurz, dann macht er mit den Händen einen Trichter, und ruft:

„Saturn! ICH WILL IN DEN SATURN!“ ein kleiner Wink mit dem Insektenspray noch, dann gehts weiter.

Moment mal, trägt der etwa eine von diesen 80er- Jahre- Cop-Sonnenbrillen?

Das war dann der Augenblick, in dem mir auffiel, dass der Kerl gar kein Loch im Kopf hatte.

Und Cobain hätte ja wohl auf jeden Fall ein Holzfällerhemd getragen.

Naja, war wahrscheinlich nur irgendein Typ.

Ethik

August 13, 2008

Heute mal wieder Philosophie-Unterricht gehabt und zum ersten Mal in meinem Leben eine spannende Hausaufgabe bekommen:

„Nach welchen Kriterien wird festgelegt, ob eine Handlung ethisch korrekt ist?“

Gut, die Hausaufgabe war relativ schnell bewältigt, dabei stieß ich jedoch im Internet (bei Wikipedia natürlich) auf eine Tabelle, in der die grunsätzlichen Lager der ethischen Position mal klar aufgeteilt sind.

Das stellte mich jetzt vor eine interessante Frage: Welche dieser Positionen vertrete ich eigentlich? Logischerweise muss ich ja einem Lager angehören, da ich kein haariger Eremit irgendwo im australischen Outback bin.

Tja, und da dachte ich mir: Während ich noch rätsele, kriegt ihr immerhin mal die Tabelle, sollte euch das überhaupt interessieren.

Kleine Begriffserleuterung: Das „Gesollte“ ist das nach der Definition der jeweiligen ethischen Position erstrebenswerte und nach den Regeln dieser Gesellschaft zu erstrebende (hoffe mal, das war jetzt nicht zu kompliziert^^).

Wie gesagt, wenns euch interessiert, setzt euch mal damit auseinander:

Ethische Position: Vertreter: Maßstab des ethisch Gesollten ist …
divine-command-Theoretiker … der Wille Gottes
Intuitionismus D. Ross … das allen Menschen gemeinsame Empfinden und Wollen
Position der Verallgemeinerbarkeit/Kategorischer Imperativ I. Kant, G. M. Singer … der Wille jedes Individuums selbst, wenn es annehmen muss, dass die von ihm gewählten Regeln für das eigene Handeln zugleich auch von allen anderen Individuen befolgt werden
Position des allgemeinen Willens J. J. Rousseau … der Wille der Individuen selbst, wenn diese in einer Situation sozialer Gleichheit gemeinsam für alle geltende Gesetze beschließen
konsenstheoretische Position/Diskurstheorie J. Habermas … der Wille der Individuen selbst, wenn sie sich frei von jeglichem Zwang auf Regeln für den Umgang miteinander dauerhaft einigen müssen
Position des größten allgemeinen Nutzens/typische Varianten des Utilitarismus J. Bentham … die gleichgewichtig zusammengefassten informierten Willen der Individuen selbst
vertragstheoretische Position J. Buchanan, T. M. Scanlon, D. Gauthier … der Wille der Individuen selbst, wenn sie sich vertraglich auf Regeln für den Umgang miteinander einigen müssten
Position des durch Unwissenheit gebrochenen Eigeninteresses J. Rawls, J. C. Harsanyi … der Wille eines eigeninteressierten, rationalen Individuums, das eine soziale Ordnung entwirft, ohne dabei zu wissen, welche Position es in dieser Ordnung selbst einnehmen wird
Position der vertauschten Rollen/Goldene Regel R. M. Hare … der Wille jedes Individuum selbst, wenn es bei der Formulierung von Regeln für den Umgang miteinander annimmt, dass es sich selbst in der Position des jeweils betroffenen Anderen befindet
Position der Umkehrbarkeit J. Rawls, K. Baier … der Wille jedes Individuums selbst, wenn es bei der Bestimmung von Regeln für den Umgang miteinander hypothetisch annimmt, dass es selbst sich in der Position des vergleichsweise am schlechtesten Gestellten befindet
Position der überindividuellen Wesenheiten (Rasse, Volk, Nation, Klasse) … der Wille des maßgebenden Kollektivs
Rechtspositivismus … der Wille des jeweiligen gesetzgebenden Souveräns
Egoismus … der Wille jedes Individuums selbst, wenn es informiert ist und einen langfristigen Zeithorizont berücksichtigt