So, wieder was abgehakt: Jetzt habe ich einen Artikel mit einer Überschrift betitelt, die nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Bringt mich jetzt bei „Spiel des Lebens“ aber auch nicht weiter.

Wie auch immer:

Ich verabschiede mich hiermit in die zweiwöchige Sommerpause, die ich wohl vorraussichtlich in Österreich verbringen werde. Gut, da gibts jetzt auch Kühe, aber die gibts hier auch, also macht das wohl keinen Unterschied.

Ein paar warnende Worte zum Schluss: Hütet euch vor zerbrochenen Katzen und schwarzen Spiegeln, tut nicht zu viel Salz ins Essen und versucht AUF KEINEN FALL euren Geburtstag als Zahlen beim Lotto zu benutzen. Sonst fressen die von der SKL nämlich eure Seele.

Bis in zwei Wochen!

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Heute, kurz vor der zweiwöchigen Sommerpause (die dann hiermit auch angekündigt wäre) gibt es noch einen Webtipp mit auf den Weg für all die, die jetzt dann wohl auch endlich mal Ferien bekommen bzw. hoffentlich noch haben:

http://www.failblog.wordpress.com

Tatsächlich findet ihr auf dieser Website Bilder menschlichen Versagens aller Art ausgestellt, die so zum Brüllen komisch sind, dass es einen bei jedem zweiten fast vom Stuhl haut.

Gerade in Zeiten der „echt-lustigen-homevideo-clipshow“- Revivals, deren wirklich lahmarschiger und immer gleicher Schenkelklopferhumor einem wirklich jegliches Lachen austreibt, macht Failblog einfach Spaß.

Es gibt wohl auch eine große Community, aber die hab ich mir, ehrlich gesagt, noch nicht angesehen. Dazu sind die Bilder und Clips einfach viel zu geil.

Berlin: Ein Schlachtplan

Juli 21, 2008

Ich würde nach Berlin fahren mit meinem Vater, so viel stand fest.

Auf der Liste mit Dingen, die zu erwarten waren, standen ganz oben:

Platz I:

Zwei Autofahrten mit meinem alten Herrn, was im Klartext hieß, dass ich in den Beifahrersitz gepresst fassungslos mitanzusehen gezwungen sein würde, wie er einhändig mit 250 Sachen wehrlose Kleinwagen rechts überholte. Gut, soweit nicht schlimm, eigentlich sind diese Fahrten (von der akuten Lebensgefahr mal abgesehen) immer ein Spaß.

Platz II:

Ich würde nochmal fliegen. Dazu muss ich jetzt sagen, dass ich persönlich gerne fliege [egal obs euch jetzt interessiert oder eben nicht, ist ja MEIN Blog hier. Wo soll das denn noch hinführen alles? Hä, HÄ, HÄ???].

Das tue ich hauptsächlich wegen der brachialen Kraft, die man spürt, wenn einen diese gewaltigen Turbinen in die Luft heben. Noch dazu in einem Gefährt, das auf den ersten Blick absolut flugunfähig aussieht.

Platz III.

Es würde gegessen werden. Oh ja. Und in Berlin kann man ja eigentlich ganz gut essen, an den richtigen Orten, versteht sich.

Natürlich gab es allerlei Programm und eine freie Minute hatte ich kaum.

Dafür war ich im Historischen-, im Bode-, im Pergamon-, im Hugenotten-, im Dom- und im DDR- Museum, saß im Plenarsaal des Bundestags, wunderte mich über den Dachaufdruck eines Hochhauses und besuchte natürlich allerlei Gedenkstätten und dieses ganze Zeug.

Sehr beeindruckend, aber irgendwie bin ich auch froh, wieder zu Hause zu sein.

Vor allem, weils hier Internet gibt.

Als ich des morgens so in den Spiegel blickte, stellte ich eine gar wundersame,  mir bis zu den Beinknöcheln herabwuchernde Haarpracht fest, die vor allem in Anbetracht meiner jüngst geplanten Urlaubsunternehmungen beseitigt zu werden mir gebot. (So, einen Artikel in überzeichneter Jugendstil- Sprache angefangen. Jetzt kann ich wieder ein Häkchen machen^^.)

Also zog ich aus zum Frisör meiner Wahl und… halt, so eine Scheiße.

Jetzt habe ich die Pointe vorweggenommen… Was ich eigentlich sagen wollte, war: Was glaubt ihr, ist der klischeeigstmögliche Ort? Abgesehen von McDonalds- Filialen, Rollenspielerläden und den Schlafzimmer von 12jährigen?

Seht ihr, da wäre sie gewesen. „Der Friseur natürlich.“ wollte ich jetzt eigentlich sagen. Naja, Pech gehabt.

Der Friseur ist natürlich der klischeeigstmögliche Ort. Und immer, wenn ich dasitze, auf dieser mehr schlecht als recht gepolsterten Sitzgelegenheit und warte, dann kann ich normalerweise nicht umher, folgende Dinge zu denken:

1. Puuuuuah…. langweilig. Mal sehn, vielleicht gibts ja was zu lesen… Aber: erfülltes Klischee Nummer 1: Alle guten Zeitschriften waren bereits vergriffen und übrig war nur noch Gossip-Müll wie Bravo, InTouch, Yam und irgendwelcher anderer vorgekauter Scheiß von vorgestern. Überraschung!

2. Warum haben die hier einen Fernseher? Punkt zwei, warum bitteschön gibt es nicht wenigstens Ton? Und Punkt 3, wenn die schon einen Fernseher haben, warum muss dann Viva laufen? Bam!, zweites erfülltes Klischee.

3. Warum sitze ich eigentlich hier? Da vorne stehen sie doch alle, Natascha, Nicole, Mandy und Laura und labern. Und ich sitze mir hier vitale Körperbereiche wund, während die sich über Timberlakes neueste Analfissur unterhalten? Bingo, drittes erfülltes Klischee.

4. Ach du Scheiße, jetzt ist grad noch wer reingekommen. Ist ja schon voll genug hier. Und so ne kleine Göre hat der auch noch mit. Und haltet euch fest: Sie ist vielleicht 8, trägt weiße Nikes, ein weißes Kleidchen und kaut mit offenem Mund Kaugummi. Ist ja wie Ostern und Weihnachten auf einmal, Leute! Klischee Nr. 4. Muss ich erwähnen, dass ihr Vater nach einem übermüdeten Nachtschichtschieber aussah? Mindestlohn, natürlich.

Aber heute lief irgendwie alles anders. Ich muss in so eine Art Raum- Zeit- Loch geraten sein, irgendwas SF- mäßiges.

Denn als ich den Laden betrat, wartete kaum jemand.

Zu meiner linken hatte ich Auswahl zwischen einem Hardware- Magazin und einer echt brauchbaren Musikzeitschrift (So ein Electronic/ Indie Ding).

Und kaum saß ich, war ich auch schon drangekommen.

Muss mich bei Gelegenheit mal bei der Geschäftsleitung beschweren, wo soll das denn noch hinführen, wenn sich keiner mehr für die guten alten Werte interessiert?

PS: Fliege heute abend nach Berlin, hielt es aber nicht eines eigenen Artikels für würdig. Hoffe, euch ein paar schöne Anekdoten über Flugzeugsitznachbarn, Airportklos und Startzähler mitbringen zu können.

Na dann, bis zum 21.!

Lizenz zum Fremdschämen

Juli 16, 2008

Gestern Abend den Fernseher angemacht und selten so geweint.

Habt ihr euch eigentlich mal angesehen, was da so läuft? Hier für euch eine kleine Liste der größten Verbrechen an diesem Dienstagabend:

Exklusiv- Die Reportage (RTL II)

Vier Stunden lang wird uns um die Ohren geschlagen, wie irgendwelche hässlichen Leute in Bundesländern mit unverständlichem Dialekt ihre Nachbarschaftsstreitigkeiten austragen, und was andere, hässliche Menschen davon halten. Da kann ich auch 9live gucken, da sind die Leute zwar auch hässlich, aber das wenigstens im Singular!

Rock of Love (MTV)

Bescheuerter Dauergrinser mit Onehit-Wonder oder zumindest H-Promi Lizenz (Nur gültig in: USA) sucht grenzdebile Rockerschlampe die allen Zuschauern gerne über ihren wuchernden Genitalpilz erzählt.

Natürlich wird das ganze noch aufgemöbelt durch irgendwelche „Challenges“.

Der Vergleich zu Germanies next Topmodel drängt sich geradezu auf. Nur… die Leute hier sind irgendwie haariger.

Die 2000er- The Pop(p)-Years

Gut, das lief vorgestern schon, möchten manche mir jetzt ins Gesicht schreien. Oder malen.

Aber: Hier wird das Problem unserer Fernsehanstalten am deutlichsten gezeigt und karikiert sich beinahe selbst.

Wie die 17000 anderen Shows, die zurzeit die jüngste Vergangenheit wieder heraufwürgen und dann von nervigen D-Prominenten kommentieren lassen, macht auch diese hier vor keinem Vauxpas halt.

Am schönsten der Ausblick auf die nach der Werbung anstehenden Themen (zitiert):

„Und nach der Werbung sehen sie: Lory Glory, unser neues Busenwunder, der 11.09. erschüttert die Welt und Dieter Bohlen kann es einfach nicht lassen.“

Wer sich nicht zu fein ist, diesen großartigen intellektuellen Tiefschlag offenkundig zu machen, möge ihn einfach in die Comments posten.

Ich gehe mich in den Schlaf weinen.

Freitagabendglück

Ja, ich räume immer noch Gemüse in Kisten.

Schließlich habe ich eine Familie zu ernähren und… naja, Trinkgelage und Kinobesuche wollen auch irgendwie finanziert werden.

Und in meiner nicht enden wollenden Freude über diese meine Arbeit werde ich heute erklären warum Freitag der schlimmste Tag der Woche ist und was das mit Kolrabi zu tun hat.

Montag nämlich beginnt das Geschacher um die Arbeitstage.

Zur Zeit zwei, demnächst drei Aushilfen teilen sich die momentan auf (ich mit eingerechnet) und natürlich will keiner die Arschtage haben.

Die Arschtage, da fällt zum beispiel der Dienstag drunter.

Donnerstag nämlich muss neues Grünzeug angekarrt werden, also ist es doch nur logisch, dass bereits am Dienstag alle halbwegs verwertbaren Kisten von IHM (Der er der Chef ist, dessen Wort alle anderen übertönt! In Ewigkeit, Amen!) beschlagnahmt werden müssen (bis darauf, dass er dazu einen Kleintransporter benutzt).

Also stehst du Dienstagabend regelmäßig vor folgender Aufgabe:

Mehr als 30 Gemüsesorten auf 12 verwertbare Kisten… naja, Kollateralschaden gibts halt immer.

Während der Dienstag also hauptsächlich deshalb unbeliebt ist, weil es eben manche Leute nicht mit sich vereinbaren können, genug Gemüse für ein ganzes afrikanisches Dorf an einem einzigen Abend durch unsachgemäßes Indiekistenpacken zu vernichten (Ich bin gegen den Anschiss bereits resistent, weshalb ich immer die Dienstage mache…) ist der Freitag unbeliebt, weil… naja, seht selbst.

Freitagabend, 18:00

Verschwitzt den Laden betreten.

„Die Frau“ (keine Ahnung wie sie heißt. Sie arbeitet wohl schon ne Ewigkeit hier, aber man redet nie viel, was auch erklärt, warum ich nicht mal ihren Namen kenne) nickt mir missmutig zu.

„Es ist Freitag, Knecht. Besser du siehst zu, dass wir vor halb Acht fertig sind. Sonst hacke ich dir nämlich die Beine ab und zünde dein Haus an!“ sagen ihre Augen und ich weiß, dass sie es auch so meint.

Also hurtig, Teppiche ausklopfen. Toll, das neue T-Shirt ist dreckig.

Egal, schnell weiterarbeiten, nur nicht stillstehen, die guckt schon so garstig.

Pünktlich um 19 Uhr, wenn das Grünzeug schon in seinen Kisten schlummert, im lauwarmen Kühlhaus verstaut ist, trudeln die ersten Zuspätkommertypen ein.

Denn Freitag muss einkaufstechnisch alles erledigt werden,

a) worauf die Zuspätkommertypen am Samstag keine Lust haben

b) was den Zuspätkommertypen gerade mal eben so einfiel

c) von dem die Zuspätkommertypen denken, es könnte mir so richtig auf den Sack gehen. Und die sind gut, sage ich euch, denn meisten geht es mir gewaltig auf den Sack.

Dann stehen die da, ein ganzes Rudel Zuspätkommer mit ihren lauernden Kleinwagen und ihren blöden Basecaps und wollen „noch schnell zwei Kubikkilometer Limetten“ oder „vielleicht noch zwei Milliarden Äpfel“.

Und Freitag ist der absolute Arschtag, weil es der einzige Tag ist, an dem um 19:15 auch noch jeder Schw*nzl*tscher bekommt, was er haben will.

Verreckt doch an euren blöden Limetten, ihr Wichser!

Steckt euch eure Kumquats in den Arsch und esst Schwarzwurzel, bis sie euch aus den Ohren wieder rauskommt!

Möge der gemeine Bandwurm eure Gedärme heimsuchen und sich satt fressen an euch oder meinetwegen zu Grunde gehen an eurer „gesunden Ernährung“!

Das Karthagische Beutelfieber möge eure Brut heimsuchen und sieben Plagen herfallen über eure Häuser und Dörfer!

Ein Hagel aus unreifen Wassermelonen möge eure dämlichen Kleinwagen zerstören und eure Fahrräder und Rolatoren!

Brennen sollt ihr!

Aber warum erzähl ich euch das eigentlich?

Kleinstadtwüste OST

Juli 10, 2008

Kleinstadtwüste OST

Elektronisch verzerrte Schreie in Dauerschleife zerren an meinen Trommelfellen.
Der kreischende, digital kalte Sound eines Synthesizers gesellt sich dazu, um auf das geschwächte Opfer einzutreten.
Ein scheppernder Stakkatogroove komplettiert schließlich das Trio und macht jede Hoffnung auf Flucht zunichte.
Laut. Schrill. Dysharmonisch.
Der perfekte Soundtrack für einen Spaziergang am Nachmittag.

Good thieves of burning cars encirle poisened rivers minds and hearts
Horses want to dance but find their wings are damaged, water damaged
Gold is selling well so hurry nightly ocean rising fast
A big man with a plan has got a storm a-coming, monster coming.

Lustlos lassen mich müde Schritte meinem Ziel entgegenfallen.                                                                    Am Wegrand sitzen alte Menschen wartend in ihren Hüllen.
Irgendwann muss doch was passieren.
Vom Himmel starrt das Vortagsgewitter auf die zunehmend verknöchernde Wildnis der Kleinstadt.
Es ist müde von gestern und lässt gelangweilt einige Tropfen fallen.
Die alten Menschen blicken auf und entscheiden, dass es ihnen egal ist.

Your dead man half alive who hangs from helping numbers one to five
His ears pricked with the knife hears that the east are coming, west are coming
From gravity’s rainbow, the axis here is still unknown
The children’s faces glow
The wasteland guides them, wasteland guides them.

Ab zwei Uhr Mittags übernimmt das Feierabendfernsehen seine sehr dankenswerte Aufgabe und hält die Idioten von der Straße fern.
Ist das noch Arroganz oder schon Expressionismus?

From Atlantis to Interzone
You start on the edge and you end on your own

We’re fragments of fiction